Strategisches Marketing
8. Erfolgsbedingungen
Über den faktischen Erfolg der Marketingstrategien entscheidet nicht nur die Informationsqualität über Unternehmen, Markt und Wettbewerber und die Ableitung und Anwendung der richtigen Strategien, sondern auch die internen Erfolgsbedingungen im jeweiligen Unternehmen.
Zu den internen Erfolgsbedingungen gehören:
- die organisatorische Implementierung,
- die strategiekonforme Gestaltung der Unternehmenskultur,
- das Human Ressource Management,
- die systematische Abstimmung der internen und externen Strategieumsetzung und
- aktives Schnittstellenmanagement.
Häufig wird von Unternehmen die strategiekonforme Gestaltung der eigenen Unternehmenskultur vernachlässigt. Selbst die beste Strategie verliert an Wirksamkeit, wenn sie nicht von allen betroffenen Mitglieder eines Unternehmens verstanden und internalisiert wird. Dabei wird übersehen, dass die Marketingstrategie die Identität des Unternehmens auf allen Ebenen prägt. Kommt es an einer der Schnittstellen zum Bruch verliert die Strategie an Authentizität und damit an Wirksamkeit.

Abb. Corporate Identity
Als Beispiel sei hier Sixt genannt. Die Kundenansprache ist in der Werbung humorvoll und provokant. Im krassen Gegensatz dazu ist sie im direkten Kundenkontakt ausgesprochen bürokratisch, damit verliert die kostenintensive Werbung an Glaubwürdigkeit.
Ebenfalls an Glaubwürdigkeit verlieren Unternehmen, wie Chocri, die ihre Kunden in der werblichen Kommunikation duzen, im Direktkontakt aber wieder auf das altbackende „Sehr geehrte“ zurückfallen.
Dies gilt ebenso wenn nach außen Fairness, Umweltbewusstsein und Innovation gepredigt wird, aber diese in der eigenen Unternehmenskultur nicht aktiv gelebt werden.
Die Strategie der Qualitätsführerschaft setzt den unbedingten Willen zur Qualität voraus. Und zwar bei der Unternehmensführung ebenso, wie bei allen Mitarbeitern. Das setzt nicht nur voraus, dass die Strategien, wie unter Punkt 7 beschrieben, unternehmensintern kommuniziert werden, sondern auch aktiv in allen Ebenen des Unternehmens gelebt werden.
Die interne und externe Strategieumsetzung bedarf also einer systematischen Abstimmung zwischen den einzelnen Schnittstellen, wie Beschaffung, Produktion und Logistik. Diese gilt es, kunden- und wettbewerbsgerecht im Sinne eines wertorientierten Unternehmensmanagement zu bündeln.
2 Kommentare
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Donnerstag, 30. Juni 2011 um 08:26
Ich finde das Thema sehr spannend, kann aber Ihrer Auffassung nicht folgen, da die Kunden sehr wohl unterscheiden können zwischen “indirektem” Duzen oder “direkter” Ansprache.
Viele unserer Kunden sind sehr verägert, wenn wir Sie in einer persönlichen E-Mail duzen. In der “indirekten” Werbeansprache ist das aber völlig in akzeptiert.
Ein Beispiel, wo das auch sehr gut funktioniert ist zum Beipiel IKEA.
Schokoladige Grüße
Franz Duge
Donnerstag, 30. Juni 2011 um 09:16
Hallo Herr Duge,
Danke für Ihren Hinweis!
– der Fall war. Hier empfehle ich eine moderne, umgangssprachliche Kommunikation, wie beispielsweise IKEA sie pflegt. Ich meine die waren die ersten die sich das getraut haben und das Ende der 70er das war sehr revolutionär und ausgesprochen sympathisch.
In der Tat es ist ein Balanceakt. Das Duzen auf Websiten ist inzwischen hip. Wenn die Kommunikation aber nicht stringent durchgehalten wird ist es immer auch ein Bruch. Das Duzen vermittelt ein Wir-Gefühl und eine Vertrautheit. Das “Sie” in der nachfolgenden Kommunikation wirkt dann deutlich abkühlend, vor allem, wenn ein konservativer Schreibstiel benutzt wird, wie es bei Chocri – zumindest vor ein paar Jahren
Die Entwicklung von Chocri verfolge ich übrigens gespannt. Es ist sehr viel geleistet und bewegt worden. Gratuliere! Nehmen Sie meinen Hinweis auf Ihr Unternehmen deshalb bitte als Anregung und nicht als Kritik!
Schöne* Grüße
Maike Sander
* Schokolade ist gerade leider nicht vorhanden